Abmahnung eines Auszubildenden

Abmahnung eines Auszubildenden

Wann sollte eine Abmahnung ausgesprochen werden?
Die Abmahnung ist eine der schärfsten arbeitsrechtlichen Waffen, deshalb sollte vor einer Abmahnung das Gespräch mit dem Auszubildenden (unter 18. Jahre auch den Erziehungsberechtigten) gesucht werden.
Mit der Abmahnung soll ein vertragswidriges Verhalten aufgezeigt werden, so dass vor einer entsprechenden Kündigung die Möglichkeit zur Verhalternsänderung besteht.

Beispiele für abmahnungsfähige Pflichtverstöße:

  • wiederholte Verspätungen oder unentschuldigtes Fehlen
  • dauerhafte Nichtvorlage der Ausbildungsnachweise
  • Keine unverzügliche Benachrichtigung im Krankheitsfall
  • Nichteinreichung oder verspätete Einreichung der ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung

Was muss beachtet werden, damit eine Abmahnung gültig ist?

  • Der Arbeitgeber muss die Verhältnismäßigkeit wahren: Eine einmalige geringfügige Pflichtverletzung, wie ein verspätetes Erscheinen am Arbeitsplatz, rechtfertigt keine Abmahnung. Zudem sollte vor einer Abmahnung zunächst eine Ermahnung durch den Arbeitgeber erfolgen.
  • Die Abmahnung muss eine konkrete Beschreibung des Fehlverhaltens beinhalten: Richtet sich die Abmahnung zum Beispiel gegen wiederholtes unentschuldigtes Fehlen am Arbeitsplatz, ist der Arbeitgeber verpflichtet, die genauen Daten zu benennen.
  • Der Arbeitgeber muss in der Abmahnung deutlich zum Ausdruck bringen, dass er das Verhalten als vertragswidrig einstuft. Zudem muss die Abmahnung eine deutliche Aufforderung enthalten, das Fehlverhalten künftig zu unterlassen.
  • Mit der Abmahnung muss der Arbeitgeber zudem deutlich machen, dass dem Arbeitnehmer im Wiederholungsfall eine verhaltensbedingte Kündigung droht.
  • Der Abmahnunggrund darf dem Arbeitgeber nicht länger als 14 tage bekannt sein.

  • EIne Abmahnung kann auch mündlich erfolgen. Aus Nachweisgründen empfehlen wir aber dringend die Schriftform.

Wie oft sollte abgemahnt werden?
Wegen eines Fehlverhaltens sollten nicht mehr als zwei Abmahnungen geschrieben werden. Ein weiteres, gleichartiges Fehlverhalten sollte konsequenterweise zu einer Kündigung führen.

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