Kündigung, vorzeitigen Beendigung des Ausbildungsverhältnisses

Kündigung

An die Kündigung von Auszubildenden sind grundsätzlich hohe Hürden gestellt.

Wie kann während der Probezeit gekündigt werden?
Die Kündigung kann ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist und ohne Angaben von Gründen geschehen. Die Schriftform ist aber erforderlich. Wichtiger Hinweis: Bei einer Schwangerschaft gilt dieses nicht, da der Kündigungsschutz hier eine höhere Priorität besitzt.

In welchen Fällen kann nach der Probezeit gekündigt werden?
Eine Kündigung aus wichtigem Grund muss schriftlich erfolgen. Hier müssen die Kündigungsgründe klar benannt werden. Ein wichtiger Grund ist gegeben, wenn nach Abwägung aller Umstände und nach Abwägung aller Interessen die Fortsetzung des Ausbildungsverhältnisses nicht länger zuzumuten ist. Wichtige Gründe sind ein fortgesetztes vertragswidriges Verhalten trotz Abmahnung. Hierzu gehören als Beispiel unentschuldigtes Fehlen in Berufsschule, Betrieb und ÜLU sowie Straftaten, Gewalt oder Gewaltandrohung, ungenügende Ausbildungstätigkeit.

Auszubildenden, die ihre Berufsausbildung komplett aufgeben oder sich in einem anderen Beruf ausbilden lassen wollen, haben nach der Probezeit die Möglichkeit, das Ausbildungsverhältnis mit einer Kündigungsfrist von vier Wochen zu beenden.

Was ist noch bei einer Kündigung zu beachten?
Je länger ein Ausbildungsverhältnis besteht, umso strengere Anforderungen werden von Seiten der Arbeitsgerichte an eine Kündigung gestellt. Auch ist zu beachten, dass der Kündigungsgrund oder das bekannt werden des Kündigungsgrunds nicht länger als 14 Tage zurückliegen darf. Bei minderjährigen Auszubildenden muss die Kündigung auch gegenüber den gesetzlichen Vertretern ausgesprochen werden. Die Kündigung aus einem wichtigen Grund ist eine Kündigung ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist. Der Erhalt sollte bestätigt werden und bei Versendung sollte ein Einschreiben mit Rückschein gewählt werden. Die Kündigung hat in jedem Fall schriftlich zu erfolgen. 

Wie sieht es mit Schadensersatz bei vorzeitiger Beendigung des Ausbildungsverhältnisses aus?
Wird das Ausbildungsverhältnis nach der Probezeit vorzeitig beendet kann u. U. Schadensersatz geltend gemacht werden, wenn eine der Parteien, den Grund für die Auflösung zu vertreten hat. Schadensersatzansprüche müssen innerhalb von drei Monaten nach Beendigung des Ausbildungsverhältnisses geltend gemacht werden.

Gelten diese Anforderungen nur für den Ausbilder?
Nein, die gesetzlichen Anforderungen des §22 Berufsbildungsgesetzes (BBiG) gelten sowohl für die Kündigung durch den Ausbilder als auch den Auszubildenden.

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