Fleischer/in

Zwischenprüfung

Während der Berufsausbildung zum Fleischer bzw. zur Fleischerin ist zur Ermittlung des Ausbildungsstandes eine Zwischenprüfung entsprechend der Ausbildungsordnung durchzuführen (§39 HwO). 

Der Gesetzgeber hat die Zwischenprüfung als Kontrolle des Ausbildungsstandes gedacht. Ziel ist es, bei Bedarf rechtzeitig Defizite im Ausbildungsverlauf ausgleichen zu können.

Das Ergebnis der Zwischenprüfung geht nicht in die Bewertung der Gesellenprüfung ein. Es hat auch keinen Einfluss auf die Fortführung des Ausbildungsverhältnisses. Allerdings ist die Teilnahme an der Zwischenprüfung Voraussetzung für die Zulassung zur Gesellenprüfung (§ 36 Abs. 1 HwO).
In der Regel nehmen die für die im jeweiligen Beruf eingerichteten Prüfungsausschüsse für die Gesellenprüfung auch die Zwischenprüfung ab.

Prüfungsgegenstand

Die Inhalte, die Dauer und der Zeitpunkt der Zwischenprüfung sind in den Prüfungsanforderungen der Ausbildungsordnung geregelt. Die Zwischenprüfung findet in der Regel vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt. Überprüft werden die beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten, die zum Zeitpunkt der Prüfung laut Ausbildungsordnung, Ausbildungsrahmenplan und Rahmenlehrplan vorhanden sein sollten. Über die Teilnahme wird eine Bescheinigung ausgestellt, die den festgestellten Ausbildungsstand dokumentiert.

Gesellenprüfung

Das Berufsbildungsgesetz und die Handwerksordnung schreiben für anerkannte Ausbildungsberufe die Durchführung einer Abschluss- bzw. Gesellenprüfung vor (§ 37 Abs. 1 BBiG, § 31 Abs.1 HwO). In dieser soll der Prüfling zeigen, „dass er die erforderlichen beruflichen Fertigkeiten beherrscht, die notwendigen beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt und mit dem im Berufsschulunterricht zu vermittelnden, für die Berufsausbildung wesentlichen Lehrstoff vertraut ist“ (§ 38 BBIG, § 32 HwO). 
 
In der Gesellenprüfung zum Fleischer bzw. zur Fleischerin soll also festgestellt werden, ob die Prüflinge die erforderliche berufliche Handlungskompetenz erworben haben, um in dem erlernten Beruf tätig zu werden.  Darüber hinaus kann ein beruflicher Abschluss auch Voraussetzung für die Zulassung zu weiterführenden Bildungsgängen sein.
 
Zum Abschluss seiner Berufsausbildung erhält jeder Auszubildende drei Zeugnisse:

  • das Prüfungszeugnis der zuständigen bzw. durchführenden Stelle (zumeist Handwerksammer oder Handwerks-Innung) über die Gesellenprüfung
  • das Abschlusszeugnis der Berufsschule und
  • das einfache oder zumeist qualifizierte betriebliche Abschlusszeugnis

 
Grundlagen der Prüfung
 
Die inhaltlichen Grundlagen der Prüfung sind die Ausbildungsordnung, der Ausbildungsrahmenplan und der Rahmenlehrplan.  In den Prüfungsanforderungen der Ausbildungsordnung werden der genaue Gegenstand der Prüfung, ihre Struktur, die zeitlichen Vorgaben sowie die Gewichtung der einzelnen Prüfungsbereiche festgelegt.

Struktur und Zielsetzung der Berufsausbildung

Die Ausbildung zum Fleischer bzw. zur Fleischerin gliedert sich in

  1. Pflichtqualifikationseinheiten gemäß § 4 Abs. 1 Nr. 1 bis 17, 
  2. zwei vom Ausbildenden festzulegende Wahlqualifikationseinheiten der Auswahlliste gemäß § 4 Abs. 2 Nr. 1 bis 6 der Ausbildungsverordnung.

Die Ausbildung im ersten Ausbildungsjahr vermittelt eine berufsfeldbreite Grundbildung, wenn die betriebliche Ausbildung nach dieser Verordnung und die Ausbildung in der Berufsschule nach den landesrechtlichen Vorschriften über das Berufsgrundbildungsjahr erfolgen.

Die in der Ausbildungsverordnung genannten Fertigkeiten und Kenntnisse sollen bezogen auf Arbeits- und Geschäftsprozesse so vermittelt werden, dass die Auszubildenden zur Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit im Sinne von § 1 Abs. 2 des Berufsbildungsgesetzes befähigt werden, die insbesondere selbständiges Planen, Durchführen und Kontrollieren sowie das Handeln im betrieblichen Gesamtzusammenhang einschließt.

Die in Satz 2 beschriebene Befähigung ist auch in den Prüfungen nach den §§ 8 und 9 nachzuweisen.

Ausbildungsberufsbild (§ 4 der Ausbildungsverordnung)

Gegenstand der Berufsausbildung sind mindestens die folgenden Fertigkeiten und Kenntnisse:

1. Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht,
2. Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes,
3. Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit,
4. Umweltschutz,
5. Umgehen mit Informations- und Kommunikationstechnik,
6. Vorbereiten von Arbeitsabläufen; Arbeiten im Team,
7. Durchführen von qualitätssichernden Maßnahmen,
8. Umsetzen von lebensmittelrechtlichen Vorschriften,
9. Handhaben von Anlagen, Maschinen und Geräten,
10. Kontrollieren und Lagern,
11. Kundenorientierung,
12. Beurteilen, Zerlegen und Herrichten von Schlachttierkörpern und -teilen,
13. Herstellen von Koch-, Brüh- und Rohwurst,
14. Herstellen von Pökelware,
15. Herstellen von Hackfleisch,
16. Verpacken,
17. Herstellen von küchenfertigen Erzeugnissen,
18. zwei Wahlqualifikationseinheiten aus der Auswahlliste gemäß Absatz 2; davon mindestens eine aus den Nummern 1 bis 3.

Die Auswahlliste (Absatz 2) umfaßt folgende Wahlqualifikationseinheiten:

1. Schlachten,
2. Herstellen besonderer Fleisch- und Wurstwaren,
3. Herstellen von Gerichten,
4. Veranstaltungsservice,
5. Kundenberatung und Verkauf,
6. Verpacken von Produkten.

Sabine Untiedt
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