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Artikel vom 25.06.2018 | zurück zur Übersicht

Cloppenburger Unternehmen helfen bei „Rolle vorwärts“

Teilnehmer und Organisatorinnen der Rolle vorwärts (v.l.n.r): Jennifer Ferber (VHS), Mustafa Fathi, Alireza Hosseini, Ahmad Alrazouk, Katrin Thoben (KHS), unten: Rabea Jaber, Youssef Khribeh
Teilnehmer und Organisatorinnen der Rolle vorwärts (v.l.n.r): Jennifer Ferber (VHS), Mustafa Fathi, Alireza Hosseini, Ahmad Alrazouk, Katrin Thoben (KHS), unten: Rabea Jaber, Youssef Khribeh

„Rolle vorwärts“ beschreibt nicht nur eine Vielen bekannte Turnübung, sondern auch das von Katrin Thoben (Willkommenslotsin KHS CLP) und Jennifer Ferber (Überbetriebliche Integrationsmoderatorin VHS CLP) konzipierte gleichnamige Projekt.

Fünf innovative Unternehmen aus Cloppenburg haben fünf junge Menschen mit Fluchterfahrung in fünf, jeweils 2-wöchigen Praktika, kennengelernt. Die Praktika wurden im Rotationsverfahren absolviert. Zusammengefasst bedeutet das 25 Praktika und der Einblick in 12 unterschiedliche Ausbildungsberufe aus den Bereichen Handwerk und Garten- und Landschaftsbau.

Ziel aller Beteiligten war, am Ende der Praktikumsphase jeweils mindestens einem der Teilnehmer einen Ausbildung- oder Arbeitsplatz offerieren zu können. Die Praktikumsphase endete am 15. Juni, und die fünf Teilnehmer aus Syrien, Afghanistan und Libyen können sich sehr freuen, denn die fünf Unternehmen haben insgesamt acht Angebote für Ausbildung und Beschäftigung ausgesprochen. Nicht nur, dass damit jeder der Teilnehmer ein Angebot erhalten hat, sie hatten z.T. sogar die Wahl zwischen mehreren Betrieben.

Das Konzept der „Rolle vorwärts“ ist somit nicht nur Beweis dafür, dass vermeintliche Konkurrenzprojekte erfolgreich zusammenarbeiten können – Willkommenslotsen und Überbetriebliche Integrationsmoderatoren haben nahezu identische Projektinhalte und unterscheiden sich lediglich darin, dass Willkommenslotsen vom Bund und Überbetriebliche Integrationsmoderatoren vom Land gefördert werden, sondern ermöglicht Menschen, die keine im deutschen Schulsystem fest verankerte Berufsorientierung durchlaufen konnten, Berufe kennenzulernen, die ihren Neigungen und Fähigkeiten entsprechen.

Katrin Thoben (Kreishandwerkerschaft) und Jennifer Ferber (VHS) stehen bereits mit einer weiteren „Rolle vorwärts“ in den Startlöchern, dieses Mal für den Landkreis Vechta und in enger Zusammenarbeit mit JobCenter und Agentur für Arbeit. Im Landkreis Cloppenburg streben die beiden Ideengeberinnen ebenfalls an, im nächsten Jahr das Projekt erneut umzusetzen.

„Rolle vorwärts“ hat aber nicht nur das Oldenburger Münsterland hellhörig werden lassen, sondern auch das Interesse des Ministeriums für Wirtschaft und Energie in Berlin geweckt. Am 25. und 26. Juni werden Katrin Thoben und Jennifer Ferber im Rahmen der bundesweiten Jahrestagung der Willkommenslotsen das Projekt vorstellen und die Frage beantworten, was es braucht, ein Konzept wie „Rolle vorwärts“ bundesweit zu übernehmen.

Es bleibt spannend.

Das Programm „Willkommenslotse“ ist eine Ergänzung zum Programm „Passgenaue Besetzung“ und wird aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert und vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) koordiniert.