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Artikel vom 05.10.2018 | zurück zur Übersicht

Betriebe sind zufrieden mit ihren Auszubildenden

In diesem Jahr besonders gefragt: eine Ausbildung im Tischler-Handwerk
In diesem Jahr besonders gefragt: eine Ausbildung im Tischler-Handwerk

Nach Auskunft der Handwerkskammer Oldenburg sind 86 Prozent der Ausbildungsbetriebe im Kammerbezirk mit ihren Auszubildenden „zufrieden“ oder sogar sehr „zufrieden“. Dies ergab eine Umfrage der Handwerkskammer zur Ausbildungssituation, an der sich 700 Betriebe beteiligten.

„Das ist ein erfreuliches Ergebnis“, betont Wolfgang Jöhnk, Leiter des Geschäftsbereichs Berufliche Bildung bei der Handwerkskammer.

An ihren Lehrlingen schätzen die zufriedenen Betriebe vor allem Eigenschaften wie Motivation, Aufgeschlossenheit, Teamfähigkeit und technisches Interesse und achten dafür auch weniger auf die Schulnoten.

„Für 60 Prozent der befragten Betriebe sind die Schulnoten bei der Auswahl der Bewerber für einen Ausbildungsplatz weniger wichtig. Dies ist ein Signal an alle Jugendlichen: Auch Kandidaten, die nicht in allen Fächern glänzen, haben eine Chance im Handwerk“ berichtet Jöhnk.

Um für Auszubildende attraktiv zu sein, setzen immer mehr  Betriebe außerdem auf finanzielle Anreize, wie zum Beispiel einen Zuschuss zum Führerschein oder die Übernahme der Kosten für Fortbildungen.Das Ziel der Ausbildung sei in den meisten Fällen, die junge Fachkraft als Geselle oder Gesellin zu übernehmen. Um das zu erreichen, könnten finanzielle Anreize die Bindung an den Betrieb erhöhen. Aber hier seien auch das Unternehmensklima, eine gute Organisation und Aufstiegschancen von hoher Bedeutung. Denn trotz der hohen Zufriedenheit mit ihren Lehrlingen, können sie diese nach der Ausbildung nicht immer halten.

„Bei 65 Prozent der Betriebe bleibt immerhin mindestens jeder zweite Auszubildende nach der Lehre im Unternehmen. Es wäre schön, wenn es gelingen würde, diese Quote noch zu erhöhen, denn gut ausgebildete Fachkräfte werden im Handwerk dringend benötigt.“

Bei der Werbung für ihre freien Lehrstellen, sind die Unternehmen im Oldenburger Land eher konservativ unterwegs.Soziale Medien oder die eigene Homepage spielten meistens nur eine geringe Rolle – hier bestehe also noch Ausbaupotenzial. Die Meldung der freien Stelle bei der Agentur für Arbeit sei jedoch genauso eine Selbstverständlichkeit wie das Betriebspraktikum, das mit 64 Prozent das beliebteste Instrument der Betriebe sei, ihre neuen Lehrlinge zu finden, analysiert Jöhnk die Ergebnisse.

Die bewährten Methoden greifen aber nicht mehr in allen Handwerksbetrieben, denn in jedem dritten Betrieb blieben bisher Ausbildungsplätze unbesetzt. Besonders davon betroffen sind Ausbildungsbetriebe im Nahrungsmittel-, Bau-, Metall- und im Friseurhandwerk. Im Vergleich zum letzten Jahr konnte die Handwerkskammer zum 30. September dennoch einen Anstieg der neu eingetragenen Lehrverträge von 2,3 Prozent verzeichnen. In Summe wurden bis jetzt 2.896 Verträge abgeschlossen. Bei den Kraftfahrzeugmechatronikern wurde sogar die magische Grenze von 400 neuen Lehrverträgen geknackt.

„Das gab es bestimmt seit 30 Jahren nicht mehr“, ist sich Jöhnk sicher. "Diese Entwicklung führe ich auf die hohe Bedeutung des Berufes zurück: Der Kraftfahrzeugmechatroniker und auch der Elektroniker mit zusammen knapp 780 neuen Lehrverträgen sind Berufe mit hoher Sogkraft für Jugendliche, da sie sehr zukunftsgerichtet sind.“

Regional ist der Landkreis Cloppenburg mit 614 neuen Verträgen (+ 2,3 Prozent im Vorjahresvergleich) weiterhin am ausbildungsstärksten im Kammerbezirk. 

 

Bildquelle: www.amh-online.de