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Artikel vom 08.10.2018 | zurück zur Übersicht

Brückenteilzeit: Das müssen Sie als Arbeitgeber wissen!

Umfassendes Serviceangebot der Kreishandwerkerschaft Cloppenburg auch zu den Themen der betrieblichen Personalarbeit.
Umfassendes Serviceangebot der Kreishandwerkerschaft Cloppenburg auch zu den Themen der betrieblichen Personalarbeit.

Zum 1. Januar 2019 müssen Betriebe mit mehr als 45 Mitarbeitenden ihren Beschäftigten unter bestimmten Voraussetzungen befristete Teilzeitarbeit erlauben.

Der Gesetzgeber verfolgt mit dieser Regelung das Ziel, denjenigen, die ihre Arbeitszeit zeitlich begrenzt verringern möchten, nach der Teilzeitarbeit eine Rückkehr zu ihrer ursprünglichen Arbeitszeit zu ermöglichen. Gleichzeitig verspricht sich der Gesetzgeber von diesem Instrument eine höhere Mitarbeiterbindung und die Nutzung von zusätzlichen Arbeitszeitpotentialen in den Unternehmen.

Aktuell haben bereits Beschäftigte, die länger als sechs Monate in einem Betrieb mit mehr als 15 Mitarbeitenden arbeiten, regelmäßig einen Anspruch auf unbefristete Teilzeitarbeit. Ab dem 1. Januar 2019 müssen darüber hinaus Betriebe mit mehr als 45 Mitarbeitenden ihren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern Teilzeitarbeit befristet für einen Zeitraum von einem bis fünf Jahren gewähren (Brückenteilzeit).

Voraussetzungen dafür sind, dass das Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate besteht, der Mitarbeitende mindestens drei Monate vor Beginn der geplanten Reduzierung der Arbeitszeit einen schriftlichen Antrag gestellt hat und dem Wunsch keine betrieblichen Belange entgegenstehen, die die Organisation, den Arbeitsablauf, die Sicherheit im Unternehmen wesentlich beeinträchtigen oder unverhältnismäßige Kosten verursachen. So gilt z. B. für Arbeitgeber mit 46 bis 200 Mitarbeitenden eine Zumutbarkeitsgrenze, d. h. sie müssen nur einem je angefangene 15 Mitarbeitende die Brückenteilzeit gewähren.

Haben mehrere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für den gleichen Tag den Beginn einer Brückenteilzeit beantragt und hat der Arbeitgeber unter ihnen eine Auswahl zu treffen, so entscheidet der Arbeitgeber im Rahmen des billigen Ermessens, welcher Arbeitnehmerin oder welchem Arbeitnehmer er den Anspruch gewährt. D. h. er muss bei seiner Entscheidung die Interessen aller Parteien gegeneinander abwägen und Entscheidungen in vergleichbaren Fällen berücksichtigen.

Eine Entscheidung über den Antrag hat der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer spätestens einen Monat vor dem gewünschten Beginn der Verringerung schriftlich mitzuteilen. Falls der Arbeitgeber keine solche schriftliche Entscheidung trifft, verringert sich die Arbeitszeit in dem vom Arbeitnehmer gewünschten Umfang und die gewünschte Verteilung der Arbeitszeit gilt als festgelegt.

Eine Begründung für die Brückenteilzeit müssen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in ihrem Antrag nicht nennen.

Zur Überbrückung der Arbeitszeitverringerung kann der Arbeitgeber für die Dauer der Verringerung zum Beispiel eine Arbeitnehmerin oder einen Arbeitnehmer als Vertretung mit Sachgrund befristet beschäftigen.

Weder bei den Kündigungsfristen noch beim Kündigungsschutz wird zwischen Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigten unterschieden. Die rechtlichen Regelungen finden für Beschäftigte mit Brückenteilzeit genauso Anwendung wie für andere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

„Auch wenn aufgrund der Betriebsgröße nur wenige unserer Mitgliedsbetriebe unter die neue Regelung fallen, zeigt die neue gesetzliche Vorschrift, dass den Themen Mitarbeiterzentrierung, Familienfreundlichkeit und Work-Life-Balance hohe Bedeutung beizumessen ist. Gerade familiengeführte Handwerksunternehmen stehen hier einerseits vor besonderen Herausforderungen, bringen regelmäßig aber auch ein außergewöhnlich hohes Verantwortungsbewusstsein für die berechtigten Belange ihrer Mitarbeitenden mit. Wir sind daher sehr gespannt, wie die praktische Umsetzung des Gesetzes gelingen wird und begleiten unsere Mitgliedsbetriebe sowie deren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gern auf diesem Weg“, erklärt Hauptgeschäftsführer Dr. Michael Hoffschroer und verweist auf das umfassende Beratungsangebot der Kreishandwerkerschaft zur Fach- und Führungskräftesicherung.

Weitere Informationen zur Brückenteilzeit unter: https://www.bmas.de/DE/Schwerpunkte/Brueckenteilzeit/Fragen-und-Antworten/faq-brueckenteilzeit.html

Erläuterungen zum Serviceangebot der Kreishandwerkerschaft finden Sie ebenfalls im Internet unter https://www.handwerk-cloppenburg.de/service.php