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Artikel vom 02.11.2018 | zurück zur Übersicht

Meisterprämie nachhaltig sichern

Kreishandwerksmeister Günther Tönjes übergibt die Resolution an Karl-Heinz Bley, MdL und als stellvertretender Obermeister der Cloppenburger Kfz-Innung in der Delegiertenversammlung der Kreishandwerkerschaft vertreten.
Kreishandwerksmeister Günther Tönjes übergibt die Resolution an Karl-Heinz Bley, MdL und als stellvertretender Obermeister der Cloppenburger Kfz-Innung in der Delegiertenversammlung der Kreishandwerkerschaft vertreten.

Vor rund einem Jahr, kurz vor der Wahl zum Niedersächsischen Landtag, beschlossen die Abgeordneten in Hannover mit breiter Mehrheit die Einführung der Meisterprämie. Die erfolgreichen, niedersächsischen Absolventen einer handwerklichen Meisterprüfung können seither eine Prämie in Höhe von 4.000 Euro in Anspruch nehmen. Dies wurde von allen beteiligten Akteuren zu Recht als gelungene KMU-relevante Förderung insbesondere mit Blick auf die Betriebsnachfolge im Handwerk eingeordnet.

Die seit Einführung große Nachfrage nach diesem handwerksspezifischen Förderinstrument zeigt, dass die Politik hier die relevante Zielgruppe zukünftiger Führungskräfte und ggf. Betriebsinhaber im Handwerk erreicht.

„Insbesondere eine Handwerksregion wie der Landkreis Cloppenburg, in dem fast ein Viertel aller Arbeitsplätze direkt im Handwerk zu verorten ist und die durch zahlreiche familiengeführte Handwerksunternehmen geprägt ist, kann die Meisterprämie somit die von der Politik beabsichtigte Wirkung erzielen“, betont Kreishandwerksmeister Günther Tönjes.

Insofern halten die Delegierten der elf Cloppenburger Handwerks-Innungen auch die Bemühungen der niedersächsischen Politik für richtig, sich auf Bundesebene dafür einzusetzen, dass im Rahmen des Aufstiegsfortbildungsgesetzes (AFBG) die Meisterausbildungskosten zukünftig vollständig als Zuschuss übernommen werden.

„Hier fordern wir die zuständigen Politiker und Behörden auf Bundesebene auf, rasch zu konkreten Verabredungen zu kommen. Gleichzeitig erwarten wir aber von der niedersächsischen Landesregierung, die Meisterprämie bis zur entsprechenden Anpassung des AFBG nachhaltig fortzuführen“ stellt Tönjes klar.

Die aktuell noch vorgesehene Befristung der Meisterprämie bis zum 31.12.2019 steht dem erklärten Ziel der Förderung nämlich entgegen. Eine solche Befristung führt lediglich zu Mitnahmeeffekten. Denn die Prämie wäre nur für diejenigen relevant, die bereits vor dem Zeitpunkt des Inkrafttretens des Förderprogramms mit der Vorbereitung auf die Meisterprüfung begonnen hätten. Personen, die sich aufgrund der im Herbst 2017 aufgelegten Förderung zu einer Teilnahme an der Meisterprüfungsvorbereitung und zum Ablegen der Meisterprüfung entschlossen haben, können allein aufgrund der regelmäßigen Dauer der Vorbereitung realistischerweise nicht mehr rechtzeitig die Prüfung ablegen, um in den Genuss der Förderung zu kommen.

„Um die Meisterprämie weiterhin als Motivation für eine Meisterausbildung bewerben zu können, brauchen die Handwerksorganisationen dringend eine eindeutige Klarstellung: Wir müssen der aufgetretenen Verunsicherung etwas entgegenstellen können. Wir fordern die niedersächsische Landesregierung deshalb auf, ihre politische Absicht, hier nachhaltig etwas für die Führungskräftesicherung und das akute Problem der Betriebsnachfolge im Handwerk zu tun, abzusichern und die Befristung des Erlasses umgehend aufzuheben bzw. den Handwerksorganisationen zeitnah verbindliche Absichtserklärungen zur Verstetigung der Förderung bis zur Einigung auf Bundesebene zur Verfügung zu stellen“, erläutert Tönjes die wesentliche Forderung der in der Mitgliederversammlung der Kreishandwerkerschaft beschlossenen Resolution.

„Ein derartiges Engagement der Landesregierung für das Handwerk ist mehr als gerechtfertigt dadurch, dass dieser Wirtschaftsbereich erwiesenermaßen drastischer von der Betriebsnachfolgeproblematik betroffen ist als z. B. der industrielle Bereich“, stellt Hauptgeschäftsführer Dr. Michael Hoffschroer abschließend heraus.

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DIe Resolution im Wortlaut...
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