Aktuelles und Wichtiges

Artikel vom 05.11.2018 | zurück zur Übersicht

Handwerkerschaft will sich für Unternehmer mit Migrationshintergrund öffnen

Wollen im Gespräch bleiben Alexander Frick und Nadja Kurz vom Heimatverein der Deutschen aus Russland, Dr. Anke Kaschlik (MIGOEK), Kreishandwerksmeister Günther Tönjes und Lukas Thöle (MIGOEK)
Wollen im Gespräch bleiben Alexander Frick und Nadja Kurz vom Heimatverein der Deutschen aus Russland, Dr. Anke Kaschlik (MIGOEK), Kreishandwerksmeister Günther Tönjes und Lukas Thöle (MIGOEK)

Die Delegierten der elf Cloppenburger Handwerksinnungen, ihre Stellvertreter und weitere eingeladene Handwerksvertreter sind in Thüle zu der zweiten Mitgliederversammlung im Jahr 2018 zusammengekommen. Im Mittelpunkt der aktuellen Tagung stand die Frage, wie es den Innungen noch besser gelingen kann, auch Unternehmer mit Migrationshintergrund für eine aktive Mitarbeit zu gewinnen.

Hierzu wurden Impulse aus dem laufenden Projekt Migrantische Ökonomie für ländliche Kommunen (MIGOEK) der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen und des Heimatvereins der Deutschen aus Russland entgegengenommen.

Frau Dr. Kaschlik, Leiterin des MIGOEK -Projektes, betonte dabei, dass es vor allem darum gehe, das persönliche Vertrauen zu stärken, darüber das gute Miteinander erfahrbar zu machen und dann auch in eine engere Zusammenarbeit einzusteigen.

Hier empfahl sie die enge Zusammenarbeit mit Migrantennetzwerken, wie z. B. dem Heimatverein der Deutschen aus Russland oder den Integrationslotsen. Darüber hinaus sollten Fürsprecher aus den Reihen der aktuellen Innungsmitglieder eingebunden werden, um Migrantenunternehmer anzusprechen und zielgruppenrelevante Angebote zu erstellen.

Frau Kurz vom Heimatverein der Deutschen aus Russland erklärte ergänzend hierzu, dass insbesondere durch die Erfahrungen der fehlenden Anerkennung beruflicher Abschlüsse in den 1990er Jahren bis heute viel Vertrauen bei der älteren Generation verloren gegangen sei. Die meisten Jüngeren hätten diese Probleme nicht.

„Es freut mich, dass wir mit der heutigen Veranstaltung einen starken Impuls für dieses Thema setzen konnten, sowohl in die Reihen unserer Delegierten, aber eben auch in Richtung der Unternehmer mit Migrationshintergrund. Nachdem wir in den letzten drei Jahren hier vor allem den Blick auf die Geflüchteten gerichtet hatten, werden wir zukünftig auch wieder stärker auf diejenigen zugehen, die hier als Handwerker und Arbeitgeber aktiv geworden sind und denen wir mit unserem Netzwerk und unserem Serviceangebot Unterstützung anbieten können“, erklärt Kreishandwerksmeister Günther Tönjes zusammenfassend.

Auch vor diesem Hintergrund vereinbarten Nadja Kurz und Dr. Michael Hoffschroer, noch enger in Kontakt zu bleiben, um das gegenseitige Vertrauen zu stärken und die jeweiligen Mehrwerte besser herauszuarbeiten.

Selbständige Handwerkerinnen und Handwerker aus einem der in den elf Cloppenburger Innungen organisierten Gewerken, können bei Interesse gern Kontakt zur Geschäftsstelle aufnehmen und einen persönlichen Beratungstermin hinsichtlich der Vorteile einer Innungsmitgliedschaft vereinbaren.

„Rufen Sie uns einfach unter 04471/179-12 an“ betont Dr. Michael Hoffschroer.

Weitere Informationen finden Sie auch im Internet unter https://www.handwerk-cloppenburg.de/innungen/vorteile-fuer-innungsmitglieder.php