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Artikel vom 05.12.2018 | zurück zur Übersicht

Minister Althusmann sichert Handwerk Unterstützung zu

Diskutierten bei der Vollversammlung der Handwerkskammer Oldenburg über Digitalisierung, Fachkräfte und Bürokratieabbau (v.l.): Kammerpräsident Manfred Kurmann, Wirtschaftsminister Dr. Althusmann und Hauptgeschäftsführer Heiko Henke. 
(Foto: Handwerkskammer)
Diskutierten bei der Vollversammlung der Handwerkskammer Oldenburg über Digitalisierung, Fachkräfte und Bürokratieabbau (v.l.): Kammerpräsident Manfred Kurmann, Wirtschaftsminister Dr. Althusmann und Hauptgeschäftsführer Heiko Henke.
(Foto: Handwerkskammer)

Niedersachsens Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann hat sich optimistisch zu den Perspektiven des Handwerks geäußert. Bei der Vollversammlung der Handwerkskammer Oldenburg sagte er am Mittwoch:

„Das Handwerk ist die Wirtschaftsmacht von nebenan. Es sind gerade die kleinen und mittleren Betriebe, die den Wirtschaftsstandort Niedersachsen prägen. Gerade auch in der Region Oldenburg ist das Handwerk gut aufgestellt.“

Der Politik sei aber ebenfalls bewusst, dass das Handwerk Herausforderungen zu meistern habe. Hier nannte der Minister die Digitalisierung, die Suche nach geeigneten Fachkräften und die Beseitigung von bürokratischen Belastungen.

„Es gibt noch einiges zu tun. Mit dem Masterplan Digitalisierung, den wir im Sommer vorgestellt haben, unserer neu ausgerichteten Fachkräfteinitiative und der Stabstelle Bürokratieabbau meines Hauses gehen wir diese Aufgaben jedoch beherzt an“, sagte Althusmann.

Zuvor hatte Kammerpräsident Manfred Kurmann ein leidenschaftliches Plädoyer für die berufliche Bildung gehalten.

„Das Handwerk braucht leistungsstarken Nachwuchs. Berufsorientierende Maßnahmen sind dringend erforderlich. Schüler müssen rechtzeitig über alle Möglichkeiten informiert werden“, sagte Manfred Kurmann. Er regte an, dass das Land Niedersachsen ein Azubi-Ticket einführen sollte. „Eine umfassende Mobilität ist immens wichtig.“

Weil für ihn die Nachwuchsfrage die Zukunftsfrage ist, wünscht der Präsident sich mehr Attraktivität in der beruflichen Bildung. Dazu gehöre, den Mangel von 1.000 Berufsschullehrern in Niedersachsen zu beseitigen.

Die Niedersächsische Meisterprämie ist laut Präsident Kurmann ein richtiger Schritt gewesen. Sie müsse fortgesetzt werden, bis es eine bundeseinheitliche Lösung gibt. Wirtschaftsminister Althusmann betonte, dass auch sein langfristiges Ziel eine vollständige Übernahme von Lehrgangs- und Prüfungsgebühren für sämtliche Aufstiegsqualifikationen über eine Änderung des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes (AFBG) ist.

„Eine Änderung des AFBG wird möglicherweise nicht zum 1.1.2020 gelingen, dies wird die Landesregierung im Rahmen des Haushaltsaufstellungsverfahrens zum Haushalt 2020 berücksichtigen.“

Heiko Henke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Oldenburg, warf in seinem Vollversammlungsbericht Schlaglichter auf die vergangenen Monate, zum Beispiel auf den „Tag der Ausbildung“ und den „Tag des Handwerks“. Er berichtete, dass aktuell 12.715 Betriebe bei der Handwerkskammer eingetragen sind. Laut Konjunkturumfrage ist die Auftragslage und Umsatzentwicklung in den Unternehmen sehr gut. Die Zahl der Ausbildungsverhältnisse konnte wieder leicht gesteigert werden.

Dazu sagte Präsident Kurmann: „Der positive Trend der Vorjahre hält an. Das Plus beträgt 2,7 Prozent. Stärker besetzt wurden in diesem Jahr die Ausbildungsberufe Elektroniker und Tischler.“

Kammerpräsident Kurmann lobte Minister Althusmann für dessen Einsatz bei der Digitalisierung. Im Gegensatz zu Bundesforschungsministerin Anja Karliczek findet Althusmann, dass schnelles Internet flächendeckend nötig sei.

„Niemand darf zurückgelassen werden. Wir brauchen überall gleichwertige Lebens- und Wirtschaftsbedingungen“, erklärte Althusmann. Dies sei „voll auf Linie des Handwerks“, so Kurmann.