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Artikel vom 19.11.2019 | zurück zur Übersicht

“Noch mehr Bürokratie kommt uns nicht in die Tüte“ - Demonstration vor dem Landtag Hannover

“Noch mehr Bürokratie kommt uns nicht in die Tüte“ - Demonstration vor dem Landtag Hannover

Am Mittwoch, dem 20. November 2019 setzen die Bäckerinnungen ein starkes Zeichen unter dem Motto "Noch mehr Bürokratie kommt uns nicht in die Tüte" mit einer Demonstration vor dem Landtag in Hannover.

 

Während der Demonstration werden über 1 Millionen gefüllte Brötchentüten an die Abgeordneten des Landtages Hannover überreicht. Auf den Plakaten der Teilnehmer und Teilnehmerinnen stehen die gewünschten Forderungen. Der Kernpunkt der Demonstration sind die Gespräche, in denen über den Arbeitsalltag der Arbeitnehmer im Bäckerhandwerk berichtet wird mit dem Appell, diesen Alltag zu berücksichtigen und zu entlasten.

 

Niedersachsens Handwerksbäcker sagen: Es reicht mit der Bürokratie. Weit über 4000 Stunden muss ein Betrieb mit 10 Filialen im Durchschnitt pro Jahr aufbringen, um die ständig steigenden Anforderungen an Dokumentation, Statistik und Archivierung zu stemmen.

 

Unter dem Motto „Noch mehr Bürokratie kommt uns nicht in die Tüte“ soll die Öffentlichkeit über die Fallstricke der deutschen Bäckerbürokratie informiert werden. Auf den Brötchentüten werden in 25 Kategorien detailliert aufgelistet, wofür die vielen Stunden an Bürokratieaufwand anfallen.

 

„Die Betriebe stehen mit dem Rücken zur Wand und gerade kleinere geben auf, weil sie nach 10 Stunden Nacharbeit nicht mehr die Kraft haben, die ständig wachsende sinnlose Papierflut zu bewältigen“, warnt Landesinnungsmeister Dietmar Baalk.

 

So verteilen sich über 2.000 Stunden auf die Dokumentation von Reinigungsarbeiten, gefolgt von rund 1.000 Stunden der Temperaturdokumentationen und über 500 Stunden an Archivierungspflichten für die Steuern. Insgesamt rund 80 bürokratie-behaftete Tätigkeiten hat der Vorstand des niedersächsischen Bäckerhandwerks identifiziert - vom Feuerlöscher-TÜV bis zur schriftlichen Arbeitsplatzbeurteilung der Brille tragenden Verkäuferin.

 

„Warum müssen wir jede Brot-Rabattkarte 10 Jahre aufheben? Warum muss ein kleiner Bäcker einen teuren Energieberater beschäftigen, wenn er seine Stromsteuer erstattet haben möchte? Warum ist eine frisch zubereitete Quarkspeise im Mehrwegbecher, sobald sie 200 Meter gefahren wird, eine umfangreich deklarationspflichtige Fertigpackung? Warum muss ein niedersächsischer Bäcker als einziger in Deutschland für Lebensmittelkontrollen bezahlen, auch wenn sein Betrieb völlig in Ordnung ist“, ergänzt Babette Lichtenstein van Lengerich, Vorstandsmitglied im niedersächsischen Bäckerinnungsverband.

 

Nach EEG-Umlage, Lebensmittelkontrollgebühr, Kennzeichnungspflicht, DSGVO und Verpackungsgesetz drohe mit der neuen Kassenverordnung ab 2020 das nächste Bürokratiemonster, warnt Baalk. „Warum sollen wir ab 2020 jeden Kassenbon auf umweltschädlichem Thermopapier ausdrucken, auch wenn der Kunde ihn gar nicht will? Ist das das richtige Signal für mehr Umweltbewusstsein?“

 

Auch der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks unterstützt die Aktion: „Das Bäckerhandwerk muss gehört werden – dafür müssen wir die Öffentlichkeit wachrütteln, damit die von der Politik bis jetzt enttäuschenden Bürokratieentlastungsversuche Fahrt aufnehmen“, so Hauptgeschäftsführer Daniel Schneider gegenüber der Allgemeinen Deutschen Bäckerzeitung.

 

Die Infoaktion wird 10 bis 14 Tage an circa 3.500 Bäckertheken in ganz Niedersachsen andauern. Hierüber hinaus sind Gespräche zum Austausch der Situation, des Alltages und der Forderungen mit den Politikern und Medienvertretern in der Region geplant.

 

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