Maler/in und Lackierer/in

Gesellenprüfung

Die Gesellenprüfung im Ausbildungsberuf Maler und Lackierer bzw. Malerin und Lackiererin Fachrichtung Gestaltung und Instandhalung erstreckt sich auf die in den Anlagen 1 und 2 der Ausbildungsverordnung aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.

Teil A (Praktische Arbeitsaufgabe)

Der Prüfling soll in Teil A der Prüfung in insgesamt höchstens 20 Stunden eine Arbeitsaufgabe, die einem Kundenauftrag entspricht, durchführen und dokumentieren und innerhalb dieser Zeit in insgesamt höchstens 15 Minuten hierüber ein Fachgespräch führen. Für die Arbeitsaufgabe kommt insbesondere in Betracht:

  • Gestalten und Bearbeiten eines Objektes unter Anwendung von Beschichtungs-, Bekleidungs-, Applikations- und Instandhaltungstechniken.

    Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er die Arbeitsabläufe unter Beachtung wirtschaftlicher, technischer und organisatorischer Vorgaben selbständig und kundenorientiert planen, Arbeitszusammenhänge erkennen, Arbeitsergebnisse kontrollieren und dokumentieren sowie Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz bei der Arbeit sowie zum Umweltschutz durchführen kann. Durch das Fachgespräch soll der Prüfling zeigen, dass er fachbezogene Probleme und deren Lösungen darstellen, die für die Arbeitsaufgabe relevanten fachlichen Hintergründe aufzeigen sowie die Vorgehensweise bei der Ausführung der Arbeitsaufgabe begründen kann.

Das Ergebnis der Arbeitsaufgabe ist mit 85 Prozent und das Fachgespräch ist mit 15 Prozent zu gewichten.

Teil B (Schriftliche Aufgaben)

Der Prüfling soll in Teil B der Prüfung in den nachfolgend genannten Prüfungsbereichen Gestaltung, Instandhaltung und Bautenschutz sowie Wirtschafts- und Sozialkunde schriftlich geprüft werden.

In den Prüfungsbereichen Gestaltung sowie Instandhaltung und Bautenschutz sind fachliche Probleme mit verknüpften informationstechnischen, technologischen und mathematischen Kenntnissen zu analysieren, zu bewerten und zu lösen. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er die Arbeitssicherheits-, Gesundheitsschutz- und Umweltschutzbestimmungen berücksichtigen, die Verwendung von Werk-, Hilfs-, Beschichtungsstoffen und Bauteilen planen sowie Werkzeuge, Geräte, Maschinen und Anlagen zuordnen, Herstellerangaben beachten und qualitätssichernde Maßnahmen einbeziehen kann.

  1. Für den Prüfungsbereich Gestaltung kommt insbesondere in Betracht:
    • Beschreiben der Vorgehensweise bei der Durchführung von Fassaden-, Raum- oder Objektgestaltungen; Umsetzen von dekorativen und kommunikativen Gestaltungen; Anwenden von Übertragungstechniken. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er die Ausführung des Kundenauftrages planen, Farbentwürfe und Materialpläne erstellen, dabei Oberflächen- und Materialstrukturen, Oberflächeneffekte und Kontraste einbeziehen, Farbordnungssysteme auswählen sowie Produktinformationen nutzen, Stilepochen und - merkmale erkennen sowie Präsentationstechniken einsetzen kann.
  2. Für den Prüfungsbereich Instandhaltung und Bautenschutz kommt insbesondere in Betracht:
    • Beschreiben der Vorgehensweise bei der Instandsetzung, Instandhaltung und dem Schutz von Bauten, Bauteilen, Räumen und Objekten einschließlich der Ermittlung und Eingrenzung von Schäden und Fehlern und deren Beseitigung. Dabei soll der Prüfling zeigen, dass er die Ausführung des Kundenauftrages unter Beachtung von Merkblättern, technischen Richtlinien und Normen planen sowie Flächen, Kosten und Mengen berechnen kann.
  3. Für den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde kommen Aufgaben, die sich auf praxisbezogene Fälle beziehen sollen, insbesondere aus folgenden Gebieten in Betracht:
    • allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt.

 

Für den Teil B der Prüfung ist von folgenden zeitlichen Höchstwerten auszugehen:

  1. im Prüfungsbereich Gestaltung 120 Minuten
  2. im Prüfungsbereich Instandhaltung und Bautenschutz 180 Minuten,
  3. im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde 60 Minuten.

 

Innerhalb des Teils B der Prüfung sind die Prüfungsbereiche wie folgt zu gewichten:

  1. Prüfungsbereich Gestaltung 35 Prozent,
  2. Prüfungsbereich Instandhaltung und Bautenschutz 45 Prozent,
  3. Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde 20 Prozent.

Mündliche Ergänzungsprüfung

Der Teil B der Prüfung ist auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einzelnen Prüfungsbereichen durch eine mündliche Prüfung zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. Bei der Ermittlung der Ergebnisse für die mündlich geprüften Prüfungsbereiche sind die jeweiligen bisherigen Ergebnisse und die entsprechenden Ergebnisse der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2:1 zu gewichten.

Bestehensregelung

Die Prüfung ist bestanden:

  1. wenn jeweils in den Prüfungsteilen A und B mindestens ausreichende Leistungen erbracht sind.
  2. Weiterhin sind in zwei der Prüfungsbereiche (von Teil B) mindestens ausreichende Leistungen zu erbringen.
  3. Werden Prüfungsleistungen in einem der Prüfungsbereiche (von Teil B) mit ungenügend bewertet, so ist die Prüfung nicht bestanden.

Erweiterte Bestehensregelung nach der Stufenausbildung

Hat der Prüfling die Prüfung nicht bestanden, erfüllt er in dieser Prüfung jedoch die Anforderungen nach § 11 der Ausbildungsverordnung, so hat er den Abschluss Bauten- und Objektbeschichter bzw. Bauten- und Objektbeschichterin erreicht. Die Anforderungen gelten dann als erfüllt, wenn in dieser Prüfung in Teil A sowie in einem der fachbezogenen Prüfungsbereiche in Teil B jeweils mindestens eine ausreichende Leistung erbracht wurde. Außerdem darf in keinem der fachbezogenen Prüfungsbereiche eine ungenügende Leistung erbracht worden sein.

Sabine Untiedt
Telefon: 04471 179-15
Telefax: 04471 179-44
Email: s.untiedt@handwerk-cloppenburg.de

Geschäftsstelle des Prüfungsausschusses

Maler- und Lackierer-Innung
Pingel-Anton 10
49661 Cloppenburg