Aktuelles und Wichtiges

Artikel vom 25.01.2021 | zurück zur Übersicht

Neues Jahr, neue Änderungen: die 7 wichtigsten Steuerveränderungen

Neues Jahr, neue Änderungen: die 7 wichtigsten Steuerveränderungen

Im neuen Jahr 2021 gibt es insgesamt 7 steuerliche Entlastungen, von denen Sie profitieren. Wir geben Ihnen einen kurzen Überblick über Ihre neuen Vorteile.

Auf einen Blick:

  • Wer profitiert hiervon? Handwerksbetriebe und ihre Inhaber. Doch es gibt auch Einschränkungen.
  • Einkommenssteuer: Änderungen beim Solidaritätszuschlag, dem Grundfreibetrag und der Entfernungspauschale wie auch eine Home-Office-Pauschale sorgen für Entlastung
  • Betriebe können vom flexibleren Investitionsabzugsbetrag und der degressiven Abschreibung profitieren.

Grundfreibetrag erhöht

Die Erhöhung des steuerfreien Grundfreibetrags soll ebenfalls Entlastung bringen. Er steigt auf 9.744 Euro - hierbei zu versteuern ist er der Einkommensanteil, welcher diesen Betrag übersteigt.

Beispiel: Ein Ehepaar mit 100.000 Euro zu versteuerndem Einkommen bei gemeinsamer Veranlagung kann mit einer Steuerersparnis von rund 1.600 Euro rechnen.

Solidaritätszuschlag

Der Solidaritätszuschlag wird zwar auch weiterhin 5 Prozent der persönlichen Einkommensteuer betragen, jedoch hat der Gesetzgeber die Freigrenze massiv angehoben, unterhalb derer kein Solidaritätszuschlag fällig wird: von bisher 972 Euro auf 16.956 Euro bei Einzelveranlagung.

Wann und wer zahlt den Solidaritätszuschlag? Bürger und Bürgerinnen, die mehr als 16.956 Euro Einkommensteuer im Jahr verzeichnen können, haben diesen zu zahlen.

Ab dieser Grenze setze jedoch eine sogenannte Milderungszone ein, ab dieser der Zuschlag step-by-step bis auf den vollen Satz in Höhe von 5,5 Prozent erhöht wird.

Homeoffice-Pauschale bis maximal 600 Euro

Arbeitnehmer und Betriebsinhaber, die kein steuerlich anerkanntes häusliches Arbeitszimmer haben, können aufgrund der Corona-Pandemie nun zumindest eine Homeoffice-Pauschale geltend machen: 5 Euro gibt es für jeden Kalendertag, an dem sie die betriebliche Tätigkeit ausschließlich in der eigenen Wohnung statt im Betrieb ausgeübt haben.

Die Pauschale gibt es für maximal 120 Tage im Jahr, dies entspricht einem Maximalbetrag von 600 Euro pro Jahr. Diese sind als sogenannte Werbungskosten absetzbar. Gut zu wissen: Auch wer daheim am eigenen Küchentisch oder im heimischen Wohnzimmer seine Büroarbeit erledigt, kann die Homeoffice-Pauschale steuerlich ansetzen. Der Nachweis eines Arbeitszimmers ist hierbei nicht erforderlich. Die Dauer diese Pauschale ist auf die Jahre 2020 und 2021 begrenzt.

Einzige Einschränkung der Pauschale: Wer bereits ein Arbeitszimmer hat, welches beim Finanzamt vermerkt ist und dieses von der Steuer absetzt, kann die Pauschale nicht zusätzlich nutzen.

Entfernungspauschale steigt ab dem 21. Kilometer

Seit dem 1. Januar gilt für alle Pendler und Pendlerinnen eine erhöhte Entfernungspauschale: diese greift aber erst ab dem 21. Entfernungskilometer. Ausschlaggebend sind die Entfernungskilometer zwischen der eigenen häuslichen Wohnung und dem Betrieb des Arbeitgebers. Für die ersten 20 Kilometer bleibt es bei eine Pauschale von 30 Cent pro Kilometer, für jeden weiteren Kilometer gibt es folglich 35 Cent.

Ein Beispiel: Die Strecke zwischen Ihrer Wohnung und Ihrem Arbeitgeber beträgt 43 Kilometer, die sie mit Ihrem privaten Pkw zurücklegen. Bei 220 Arbeitstagen Jahr können Sie demnach 3091 Euro ansetzen (statt bisher 2.838 Euro):

  • 220 Tage x 20 Kilometer x 30 Cent = 1.320 Euro
  • 220 Tage x 23 Kilometer x 35 Cent = 1.773 Euro

Mehr Spielraum beim Investitionsabzugsbetrag

§7g Einkommensteuergesetz ermöglicht es, steuermindernde Rücklagen für geplante Investitionen zu bilden. Als Investitionsabzugsbetrag können Betriebe nun bis zu 50 Prozent der Investitionskosten steuerfrei zurücklegen; bisher waren es 40 Prozent.

Betriebe, die einen maximalen Gewinn von 200.000 Euro verzeichnen, können dies nutzen. Bisher lag die Grenze für bilanzierende Unternehmen bei 235.000 Euro und für Einnahmen-Überschussrechner bei 100.000 Euro.

Zudem hat der Gesetzgeber auch hier eine zusätzliche Corona-Hilfe eingebaut. Ursprünglicher Weise beträgt die Investitionsfrist drei Jahre. Für Investitionsabzugsbeträge, bei denen diese Frist in 2020 ausgelaufen wäre, wurde die Frist auf vier Jahre verlängert, sodass ein Betrieb eine solche Investition auch 2021 noch durchführen kann.

Mehr Liquidität durch degressive Abschreibungen

Ein weiteres Highlight ist hingegen die zeitlich begrenzte Einführung der degressiven Abschreibung: Sie erlaubt den Betrieben bei Investitionen in den Jahren 2020 und 2021 in den Folgejahren zunächst höhere Abschreibungen als die lineare Abschreibung.

Während die Abschreibungsbeträge bei der linearen Abschreibung Jahr für Jahr gleichbleiben, sinken sie bei der der degressiven Abschreibung von Jahr zu Jahr: Anfangs liegen sie über der linearen Abschreibung, später sinken sie unter deren Wert der linearen Abschreibung. Was jedoch unter dem Strich zu einem echten Liquiditätsvorteil führt.

Klarheit bei zusätzlichen Arbeitgeberleistungen

Der Bundesfinanzhof (BFH) hatte im Sommer 2019 eine überraschende Wende beim Thema „Gehaltsumwandlung“ hingelegt: In einem Urteil entschied er, dass Arbeitgeber den auszuzahlenden Lohn unter bestimmten Umständen steuergünstig als zweckgebundenen Zuschuss auszahlen dürfen, wenn sie zuvor vertraglich eine Herabsetzung des Lohns vereinbaren.

Das Bundesfinanzministerium hatte diese Entscheidung im Februar 2020 bereits durch einen Nichtanwendungserlass auf Eis gelegt. Weiteren möglichen Klagen hat der Gesetzgeber nun mit einer Änderung des Paragraf 8 Absatz 4 Einkommensteuergesetz die Grundlagen entzogen. Demnach sind nur noch echte Zusatzleistungen des Arbeitgebers steuerbegünstigt.

Als „zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn" gelten solche Leistungen, wenn

  •  wenn die Leistung nicht auf den Anspruch auf Arbeitslohn angerechnet,
  •  der Anspruch auf Arbeitslohn nicht zugunsten der Leistung herabgesetzt,
  •  die verwendungs- oder zweckgebundene Leistung nicht anstelle einer bereits vereinbarten künftigen Erhöhung des Arbeitslohns gewährt und
  •  bei Wegfall der Leistung der Arbeitslohn nicht erhöht wird.

Innungsbetriebe der Kreishandwerkerschaft Cloppenburg, die zu den genannten Themen Fragen haben, können sich bei Herrn Makselon (04471-179-13 oder d.makselon@handwerk-cloppenburg.de) erkundigen.

Handwerker gesucht?

Sie suchen einen qualifizierten Handwerksbetrieb?
Dann sind Sie hier genau richtig.

Seite aufrufen