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Artikel vom 16.06.2017 | zurück zur Übersicht

Handwerk bleibt wichtiger Anker für Wirtschaft und Gesellschaft

Der amtierende Vorstand und die Geschäftsleitung der Kreishandwerkerschaft stellten sich auf der Delegiertenversammlung den Fragen der Innungsspitzen: Detlef, Irmer, Manfred Kurmann, Günther Tönjes, Fritz Strop, Hans-Jürgen Burke, Theo Vahle, Johannes Wessels, Dr. Michael Hoffschroer (v.l.n.r)
Der amtierende Vorstand und die Geschäftsleitung der Kreishandwerkerschaft stellten sich auf der Delegiertenversammlung den Fragen der Innungsspitzen: Detlef, Irmer, Manfred Kurmann, Günther Tönjes, Fritz Strop, Hans-Jürgen Burke, Theo Vahle, Johannes Wessels, Dr. Michael Hoffschroer (v.l.n.r)

Vor wenigen Tagen kamen die Delegierten der elf der Kreishandwerkerschaft Cloppenburg angeschlossenen Innungen im Haus des Handwerks zusammen. Die Vertreter von mehr als 600 Handwerksunternehmen trafen vor allem wichtige Haushaltsbeschlüsse und nahmen Berichte aus den verschiedenen Verantwortungsbereichen entgegen.

Kreishandwerksmeister Günther Tönjes begrüßt die Innungsdelegierten, den Präsidenten der Handwerkskammer Oldenburg Manfred Kurmann sowie die 1. Vorsitzende der Unternehmerfrauen Christine Hamers. In seinem anschließenden Bericht ging er vor allem auf die positiven Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage im Handwerk ein und blickte auf wichtige handwerkspolitische Termine zurück. Bezugnehmend auf die sich verschärfende Fachkräftesituation verwies Tönjes auf die zahlreichen Unterstützungsangebote der Kreishandwerkerschaft und riet allen Innungsbetrieben, diese auch zu nutzen.

„Fordern Sie uns! Denn gerade bei der Gewinnung und Bindung von Fachkräften stehen wir im Wettbewerb zu anderen Branchen und Bildungsbereichen“ verdeutlichte Tönjes den Hintergrund seiner Aussagen.

Hauptgeschäftsführer Dr. Michael Hoffschroer verwies in seinem Bericht auf verschiedene Studien, die die hohe Bedeutung des Handwerks, insbesondere als volkswirtschaftlichen Faktor und für den Arbeitsmarkt, zeigten. Vor Ort seien die Innungsbetriebe und die Kreishandwerkerschaft mit den angeschlossenen Innungen als Gesichter der „Wirtschaftsmacht von nebenan“ gefordert, diese Bedeutung positiv zu vertreten.

„Wir zeigen den Menschen, dass Meister in punkto Verdienst und Arbeitsplatzsicherheit im Vorteil sind, dass Talentförderung unsere Stärke ist und Lehrlinge im Handwerk eine gute Zukunft haben, dass wir Flüchtlingen erfolgreich beruflich integrieren und das Familienfreundlichkeit im Handwerk selbstverständlich ist“ machte Hoffschroer den Anspruch und die praktischen Erkenntnisse der Studien deutlich.

Die Kreishandwerkerschaft richte den Blick aber nicht nur nach außen. Ebenso wichtig seien die Aufbereitung handwerkspolitischer und rechtlicher Themen für die Innungsmitglieder sowie die entsprechende Lobbyarbeit. Im letzten halben Jahr hätte dabei die kritische Begleitung bauvertrags-, verbraucherschutz- und arbeitsrechtlicher Regelungsinitiativen im Mittelpunkt gestanden. Auch der Widerstand gegen das Dienstleistungspaket der Europäischen Kommission habe viele Ressourcen gebunden, sei aber letztlich auch erfolgreich gewesen, da man sowohl das duale Ausbildungssystem als auch die Meisterpflicht EU-rechtlich gestärkt habe.

Zur Ausbildungssituation berichtet Verantwortungsbereichsleiter Heiner Göwert, dass zum Stichtag 31.12.2016 mehr als 660 Handwerksbetriebe 1644 Lehrlinge beschäftigten. Von diesen wiederum würden 1222 in einem Innungsbetrieb ausgebildet. Die Kreishandwerkerschaft habe mit elf festangestellten Ausbildern und weiteren Dozenten im letzten Jahr 232 Kurse mit 2369 Teilnehmern der überbetrieblichen Lehrlingsunterweisung (ÜLU) durchgeführt. Hinzu kämen Gesellen- und Zwischenprüfungen von 894 Prüflingen der einzelnen Innungen in 15 Ausbildungsberufen.

Mit Blick auf die Weiterbildungsangebote der Kreishandwerkerschaft konnte Jens Rigterink, der hierfür verantwortlich ist, berichten, dass im zurückliegenden Jahr ca. 800 Personen an Weiterbildungskursen, Vorbereitungskursen und Fortbildungen in der Kreishandwerkerschaft teilgenommen hätten und dass von der Kreishandwerkerschaft über 90 Abendveranstaltungen, Vorbereitungskurse und Workshops organisiert und durchgeführt worden sein.

Aus haushaltstechnischer Sicht berichtete Geschäftsführer Detlef Irmer von einem soliden, durch hohe Ausstattungsinvestitionen und Projektausgaben zur Berufs- und Ausbildungsförderung geprägten Jahr. Sowohl die Jahresrechnung 2016 als auch der Haushalt 2017 wurden nach seinen Ausführungen und dem Bericht der Rechnungsprüfer einstimmig von der Versammlung genehmigt. Vorstand und Geschäftsführung wurden einstimmig entlastet.

„Das Handwerk bleibt gerade auch im Landkreis Cloppenburg ein wichtiger Anker für Wirtschaft und Gesellschaft“ fasste Kreishandwerksmeister Günther Tönjes am Ende der Sitzung die Stimmung und die Ambitionen zusammen.