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Artikel vom 14.07.2017 | zurück zur Übersicht

Novelle der Gewerbeabfall-Verordnung tritt in Kraft

Die Überarbeitung der Gewerbabfall-Verordung soll das Recycling gegenüber der Verbrennung mit Abwärme-Nutzung stärken.
Die Überarbeitung der Gewerbabfall-Verordung soll das Recycling gegenüber der Verbrennung mit Abwärme-Nutzung stärken.

Die Novelle der Gewerbeabfall-Verordnung (GewAbfV) tritt am 1. August 2017 in Kraft. Die Überarbeitung soll die stoffliche Verwertung (Recycling) gegenüber der thermischen Verwertung (Verbrennung mit Abwärme-Nutzung) stärken.

Die Verordnung schreibt wie bisher primär eine Getrennthaltung diverser Abfallfraktionen vor (Getrennthaltungspflicht), soweit dies nicht schon in speziellen Vorschriften gefordert wird (z. B. Elektroschrott oder Batterien). Sie enthält abgestufte Anforderungen an die Verwertung einzelner Fraktionen und ggf. anfallender Gemische.

Sie als Abfallerzeuger (in der Werkstatt oder auf der Baustelle) müssen am Entstehungsort bestimmte Materialien grundsätzlich getrennt halten:

Gewerbliche Siedlungsabfälle

Bau- und Abbruchabfälle

Pappe, Papier Flachglas
Flachglas Kunststoff ohne Verpackung
Kunststoffe ohne Verpackung Metalle
Metalle Holz
Holz Dämmmaterialien
Textilien Bitumengemische
Bioabfall Baustoffe auf Gipsbasis
andere Abfälle, z.B. Sonderabfälle Beton
  Ziegel
  Fliesen
  Keramik
  andere Abfälle, z.B. Asbest, andere gef. Abfälle

 

Ausnahmen von der Getrennthaltungspflicht sind lediglich möglich wenn,

  1. die Getrennthaltung im konkreten Einzelfall technisch nicht möglich ist (z.B. der Platz reicht nicht für mehrere Container oder das Material ist untrennbar miteinander verbunden).
  2. die Getrennthaltung im konkreten Einzelfall wirtschaftlich unzumutbar ist (z.B. weil die Abfallmengen zu gering sind oder Recyclingangebote nicht zur Verfügung stehen).

Mischabfälle können und müssen einer Sortieranlage zugeführt werden, soweit gewährleistet ist, dass sie dort in weitgehend gleicher Menge und stofflicher Reinheit wieder aussortiert und einer stofflichen oder energetischen Verwertung zugeführt werden.

Für die getrennt und für die nicht getrennt gehaltenen Abfälle müssen Mengen und Entsorgungswege von den Abfallerzeugern dokumentiert werden (Dokumentationspflicht).

Bei Baustellen gilt die Dokumentationspflicht allerdings erst ab einer Abfallmenge von mehr als 10 m³ Abfälle gesamt. Sie sollten aber belegen können, warum für die jeweilige Baustelle die Ausnahmeregel gilt.

Die Überlassung der Abfälle an Beförderer/Entsorger ist nunmehr verbunden mit der Verantwortung, als Abfallerzeuger nachweisen zu können, welchen Entsorgungsweg der Abfall oder das Abfallgemisch geht. Es sind somit Lieferscheine, Übernahmenachweise, Erklärungen der Behandlungsanlagen etc. anzufordern und aufzubewahren. Die Dokumentationsunterlagen sind der zuständigen Abfallbehörde auf Verlangen vorzulegen.

Bitte wenden Sie sich zur Klärung offener Fragen und Umsetzung der Gewerbeabfall-Verordnung an ihr Entsorgungsunternehmen oder den Beförderer ihrer Abfälle.

Auch die untere Abfallbehörde beim Landkreis Cloppenburg steht für Rückfragen ggf. zur Verfügung. Ansprechparterin im Amt für Wasser- und Abfallwirtschaft ist Frau Hildegard Rolfes (h.rolfes@lkclp.de, Tel: 04471/15 432, Fax: 04471/15 406)

 

Bildquelle: Judith Lisser-Meister  / pixelio.de